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Tag der Berufsorientierung

Werbung für die duale Ausbildung

Cagatay Meral (r.), Auszubildender bei FUCHS SCHMIERSTOFFE, präsentiert gemeinsam mit seinem Kollegen Philipp Kroner beim Tag der Berufsorientierung in der Marie-Curie-Realschule chemische Experimente. Foto: Rinderspacher

Cagatay Meral (r.), Auszubildender bei FUCHS SCHMIERSTOFFE, präsentiert gemeinsam mit seinem Kollegen Philipp Kroner beim Tag der Berufsorientierung in der Marie-Curie-Realschule chemische Experimente. Foto: Rinderspacher

Der 2014 von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar eingeführte „Tag der Berufsorientierung“ hat sich als echter Renner erwiesen. Allgemeinbildende Schulen buchen regelmäßig dieses Angebot, in dem sich IHK-Mitgliedsunternehmen präsentieren und auf diese Weise frühzeitig potenzielle Fachkräfte für ihr Unternehmen begeistern können.

Zuerst etwas schüchtern, dann aber zunehmend interessiert drängen sich die Jungen und Mädchen der 9. Klassen der Mannheimer Marie-Curie-Realschule um das aufgebaute Experiment in einem ihrer Klassenzimmer und legen auch selber gerne Hand an. Es geht darum, mit Farbstoff verunreinigtes Wasser mithilfe von Aktivkohle wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen: ein einfacher Versuch mit schnellen, verblüffenden Ergebnissen, der die Jugendlichen fesselt. Präsentiert wird das Experiment von Philipp Kroner und Cagatay Meral. Die beiden Auszubildenden des Mannheimer Unternehmens FUCHS SCHMIERSTOFFE kommen bei den Schülerinnen und Schülern ebenfalls gut an. Ganz locker berichten sie von ihrer Ausbildung zum Chemielaboranten bzw. Chemikanten. „Ihr könnt uns alles fragen, unser Chef ist ja nicht da“, so die FUCHS-Azubis, und die Jungen und Mädchen lassen sich nicht lange bitten. Wie kann ich mich bei FUCHS bewerben – vielleicht auch für ein Praktikum? Wieviel verdient man? Wie sind die Arbeitszeiten? Welche Aufgaben kommen ganz konkret auf einen zu? Philipp und Cagatay beantworten alles geduldig, freuen sich über das Interesse und verteilen zur Belohnung süße FUCHS-Lollis. 

Kristina Kühn, Chemikanten-Ausbilderin bei FUCHS, ist stolz auf ihre Azubis. „Seit über einem Jahr nehmen wir am Tag der Berufsorientierung der IHK Rhein-Neckar teil – vor allem in Realschulen, von denen die meisten unserer Auszubildenden kommen“, berichtet sie. „Wenn die nächste Veranstaltung ansteht, hänge ich eine Info an die Pinnwand, und wer unser Unternehmen dort präsentieren möchte, meldet sich bei mir. Das Interesse ist regelmäßig groß.“ Dass der FUCHS-Nachwuchs selbstständig ohne seine Ausbilderin in den Schulen Flagge zeigt, hat sich bewährt. „Dann sind die Schüler einfach lockerer“, so die Erfahrung von Kristina Kühn. „Und die Hemmschwelle für Fragen ist niedriger.“ Vor über dreißig Jahren startete der Mannheimer Schmierstoffhersteller mit der eigenen Ausbildung von Chemikanten. Derzeit betreut Kühn, die im Übrigen von 2004 bis 2008 die erste Frau war, die ihre Chemikanten-Lehre bei FUCHS absolvierte, 18 junge Leute. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Tag der Berufsorientierung und werden gerne weiterhin auf diese Möglichkeit zurückgreifen“, zieht sie ein erstes Fazit. „Uns erreichen sehr viele Bewerbungen, die sich auf diese Veranstaltung beziehen – nicht nur für eine Ausbildung, sondern auch für die ein- bis zweiwöchigen Praktika, die wir das ganze Jahr über anbieten und bei denen man recht schnell einen Eindruck gewinnen kann, ob jemand für diesen Beruf geeignet ist oder nicht."

„Schulen haben beim Tag der Berufsorientierung die Wahl zwischen neun Modulen, die sie je nach Wunsch zusammenstellen können“, berichtet Iris Wolf, die bei der IHK Rhein-Neckar für dieses Angebot zuständig ist. „Im Fokus stehen die Mitgliedsunternehmen der IHK Rhein-Neckar, die sich im Rahmen der Module‚ Berufe aktiv erleben‘ und mit den ‚Ausbildungsbotschaftern‘ dem potenziellen Nachwuchs vorstellen können.Mädchen und Jungen nehmen an unterschiedlichen Mitmachaktionen und Workshops teil. Auf dem Programm stehen zudem Berufseignungstests, die Optimierung der Bewerbungsunterlagen und die Simulation von Bewerbungsgesprächen. Besonders wichtig: die Information der jungen Leute über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten sowie über die Karrierewege, die eine Ausbildung bietet.

Doch nicht nur die Berufe des Chemikanten und Chemielaboranten werden an diesem Vormittag präsentiert. Potenzielle Mecha-troniker spricht Ausbildungsleiter Jörg Wolf von Caterpillar Energy Solutions gemeinsam mit seinem Azubi Philip Scherhag an, der an einer ausgebauten Motorradmaschine die Funktion eines Elektromotors erklärt. Und auch wer lieber in einem Büro arbeiten möchte, bekommt Alternativen aufgezeigt. Was einen Kaufmann oder eine Kauffrau für Büromanagement bzw. einen Immobilienkaufmann erwartet, davon wissen Rebecca Schmitt von der MVV Energie und Marcus Trunk von der GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft vieles zu erzählen – mit Engagement und einem hohen Unterhaltungswert.

„Laut der ‚Berufsbildungsstudie 2016‘ sind Berufsorientierungstage eine der wichtigsten Quellen für Informationen über potenzielle Arbeitgeber“, weiß auch Nathalie Kuhn, Personalreferentin bei der INTER Versicherungsgruppe. „Da ist es auch für uns selbstverständlich, dort präsent zu sein und unser Ausbildungsmarketing auf diesen Bereich zu konzentrieren.“ Im Juli 2016 unterstützte die INTER beispielsweise bei einem Tag der Berufsorientierung Jugendliche mit einem Vortrag zum Thema „Schriftliche Bewerbung“ bzw. „Wie überzeuge ich mit meinen Bewerbungsunterlagen?", ein attraktives Schülerpraktikum an Land zu ziehen.

 

Text: Ulla Cramer

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