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Personalisierte Ausbildung

Mehr Freiraum, Flexibilität und Verantwortung

Die Ausbildung wird bei Roche individuell auf den Firmennachwuchs abgestimmt. Foto: Roche

Die Ausbildung wird bei Roche individuell auf den Firmennachwuchs abgestimmt. Foto: Roche

Junge Leute, die heute eine Ausbildung machen, sind keine einheitliche Gruppe mehr – weder vom Alter her, noch vom Bildungshintergrund oder ihrem bisherigen Werdegang. Das Gesundheitsunternehmen Roche geht neue Wege, um Talente individuell zu fördern.

Sie sind 15 bis 20 Jahre alt, manchmal sogar noch älter, sie kommen mit oder ohne Abitur ins Unternehmen, möchten eine duale Ausbildung oder ein duales Studium absolvieren – oder mitunter als Quereinsteiger nochmals ganz  neu anfangen: Nie war die Vielfalt beim Firmennachwuchs so groß wie heute. Eine Standard-Ausbildung wird ihnen nicht mehr gerecht. Bei Roche hat man das erkannt und ein modulares System eingeführt. Ausbildungsinhalte werden dabei auf die Lernenden individuell abgestimmt.

Frank Fillinger, Leiter Kaufmännische und IT-Ausbildung, erläutert die Idee: „Für die einen war manches zu leicht, anderes zu früh, wieder anderen ging es zu schnell. Darum haben wir ein Konzept entwickelt, das die persönlichen Bedürfnisse jedes einzelnen in den Mittelpunkt stellt und zugleich die Anforderungen des Studiums und des Unternehmens berücksichtigt.“ Neben einem Pflichtprogramm aus 16 Modulen inklusive Projektwochen zu Teamarbeit, Kommunikation oder Prozessverständnis gibt es Wahlqualifikationen, beispielsweise eine zweite Fremdsprache oder auch ein Seminar zur Work-Life-Balance, sowie spezifisch auf Roche zugeschnittene Elemente. 

Die Module ermöglichen zeitliche Flexibilität und individuelle Schwerpunkte. Digitales Lernen spielt dabei eine große Rolle: Elek­tronisches Selbststudium wechselt mit Präsenzveranstaltungen. Eine Art Kurssystem mit Zielvorgaben ersetzt Frontalunterricht und starre Lernfolge. Die Ausbilder fungieren dabei als Lernprozessbegleiter, als Coaches. Für die jungen Leute bedeutet der neue Ansatz, selbst mehr Verantwortung für ihren Lernerfolg zu übernehmen. 

Für Dr. Elke Schwing, Roche-Ausbildungsleiterin am Standort Mannheim, hat das einen nicht zu unterschätzenden Langzeit-Effekt: „Das stärkt die Selbstlernkompetenz und ist somit ein guter Einstieg ins lebenslange Lernen“, betont sie. Von einer abwechslungsreichen maßgeschneiderten Ausbildung profitieren alle, ist sie überzeugt. „Wenn wir unsere Auszubildenden bei der Gestaltung ihrer Bildungslaufbahn tatkräftig unterstützen, investieren wir in ihre Zukunft und die des Unternehmens." 

Gestartet wurde die personalisierte Ausbildung im September 2014 mit einer Pilotgruppe von acht Studierenden der Fachrichtung BWL-Industrie. Die Pilotphase des Projekts wurde wissenschaftlich von Dr. Veronika Strittmatter-Haubold, Akademische Direktorin der Pä-dagogischen Hochschule Heidelberg, begleitet. 2015 folgten drei weitere Studiengänge. Mittlerweile nutzen alle dual Studierenden und sogar die ersten IHK-Auszubildenden die personalisierte Ausbildung. 

Das moderne Konzept ist mittlerweile sogar ein Argument für die Ausbildung bei Roche. „Es spricht sich herum, dass wir die jungen Leute dort abholen, wo sie von ihren persönlichen Stärken und Neigungen, ihrem Alter und ihrer persönlichen Reife her stehen. Das hat Sog-Wirkung, Interessenten nennen das Modell immer wieder als Grund für ihre Bewerbung“, so Schwing. Rund 2.000 Bewerber versuchen derzeit, pro Jahr einen der 80 Ausbildungsplätze zu ergattern.

Roche Diagnostics bietet Ausbildungs- und duale Studienplätze in den Bereichen kaufmännische, naturwissenschaftliche, technische und IT-Berufe an. Derzeit bildet das Unternehmen am Standort Mannheim rund 300 Auszubildende in 15 Berufen aus. Etwa die Hälfte davon sind Studentinnen und Studenten der Dualen Hochschule. Zwei Drittel der Absolventen beschließen die Ausbildung mit gut bis sehr gut. „2015 war sogar eine Landesbeste darunter“, so Schwing. 

Internationalität wird großgeschrieben: Eine Praxisphase im Ausland ist für Studierende ein „Muss“. Selbst ein Drittel der Azubis lernt mittlerweile mindestens einen anderen Konzernstandort während der Ausbildung kennen. Neben Internationalität setzt Roche auf Diversität als Erfolgsfaktor: In diesem Sinne wirbt das Unternehmen besonders um Frauen in Technik-Berufen. In der  Rhein-Neckar-Region ist Roche einer der wichtigsten Arbeitgeber und Investoren. Derzeit arbeiten am Standort im Mannheimer Norden gut 8.000 Beschäftigte für das Unternehmen.

 

Text: Dr. Gabriele Koch-Weithofer

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