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Work-Life-Balance

Führungskräfte sensibilisieren

Probleme mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie setzen Mitarbeiter unter massiven Druck. Foto: MRN

Probleme mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie setzen Mitarbeiter unter massiven Druck. Foto: MRN

Gemeinsam mit dem Forum „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) hat der Hygieneproduktehersteller SCA einen maßgeschneiderten Workshop zur Sensibilisierung seiner Führungskräfte für dieses Thema entwickelt.

Andreas B. arbeitet seit 30 Jahren als Schichtleiter. Er ist ein zuverlässiger, gewissenhafter Mitarbeiter, der von Führungskräften und Kollegen sehr geschätzt wird. In letzter Zeit aber kommt er oft zu spät zum Dienst, macht vermehrt Fehler, meldet sich wiederholt krank. Schließlich bricht er an einer Produktionsmaschine erschöpft zusammen. Der Grund: Neben seinem Vollzeit-Job pflegt er seine bettlägerige Mutter zu Hause. Sein Chef hat davon nichts gewusst. Eine schnelle Lösung muss her.

Die geschilderte Situation ist zwar nur ein ausgedachtes Fallbeispiel. Sie könnte jedoch täglich so oder so ähnlich in jedem Unternehmen passieren. Alice Güntert nutzt es, um Führungskräften zu zeigen, wie plötzlich solche Probleme mit einem Mitarbeiter aufkommen können. Die Leiterin des Vereinbarkeitsforums organisiert eintägige Führungskräfte-Workshops für verschiedene Arbeitgeber, die individuell auf die Firma zugeschnitten sind. Güntert: „Dadurch können die jeweilige Unternehmenskultur, spezifische Bedingungen (wie Arbeitszeiten) sowie individuelle Voraussetzungen berücksichtigt werden und bisherige Maßnahmen mit einfließen.“

Das Pilotprojekt startete 2013 bei SCA. Seitdem hat der Workshop schon zehnmal stattgefunden nicht nur in Mannheim, sondern auch an anderen deutschen SCA-Standorten. 

In Gruppenarbeit gilt es für bis zu zehn Führungskräfte aus Verwaltung und Produktion  Lösungen zu finden: Wie gehe ich als Vorgesetzter im Berufsalltag zum Beispiel mit der Situation von Schichtleiter Andreas B. um? Welche Schritte sind zu tun? Und welche Maßnahmen können schnell eingeleitet werden? Dazu gehört für die Teilnehmer auch das Wissen, was im eigenen Unternehmen überhaupt an familienfreundlichen Maßnahmen zur Verfügung steht. Diese Informationen bekommen sie im Workshop aus erster Hand von Sabine Riverón Cárdenas, der deutschlandweiten Koordinatorin für das Thema Beruf und Familie bei SCA. „Wir haben zum Beispiel schon viele Angebote im Bereich Pflege und Kinderbetreuung“, erklärt sie. „Die kann ich vorstellen und Fragen dazu  direkt beantworten. Im Gegenzug erfahre ich, wo es eventuell weitere Vorschläge oder auch Probleme gibt und kann sofort unterstützen.“ 

Ein großes Anliegen der Personalbeauftragten ist es, den Teilnehmern aufzuzeigen, wie wichtig es in heutigen Zeiten ist, qualifiziertes Personal zu halten und zu gewinnen. Junge Kräfte, die nachrücken, haben heute andere Vorstellungen von der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben – von einer ausgewogenen „Work-Life-Balance“. Riverón Cárdenas: „Wir wurden bereits mehrfach als Top-Arbeitgeber ausgezeichnet und als familienfreundliches Unternehmen zertifiziert.  Trotzdem arbeiten wir natürlich kontinuierlich daran, mit unseren Angeboten noch attraktiver zu werden.“ Auch der Aus- und Wiedereinstieg einer Teamleiterin, die Elternzeit genommen hatte, ist deshalb ein Thema des Workshops. „Christine“  möchte künftig 24 Stunden pro Woche an vier Tagen arbeiten. Für die Führungskräfte gilt es zu klären, welches Angebot sie ihr machen können, wie sie ihren Wiedereinstieg gestalten und wie sie die Mitarbeiterin einarbeiten können, die die abgebauten Stunden übernehmen wird.

„Führungskräfte sind für die gelebte Familienfreundlichkeit im Betrieb von zentraler Bedeutung“, betont Güntert. „Denn sie sind wichtige Vorbilder in puncto Vereinbarkeit.“ Und Riverón Cárdenas ergänzt: „Mit einem modernen Führungsverständnis, das wirtschaftliche Ziele ebenso berücksichtigt wie familiäre, manchmal emotional belastende Verpflichtungen der Beschäftigten, ist dieses Thema zudem fest in der SCA-Unternehmenskultur verankert.“ Die zwei sind optimistisch: „Viele Teilnehmer haben uns bestätigt, wie wertvoll der Austausch war und dass sie sich nach dem Workshop deutlich sicherer im Umgang mit solchen Situationen fühlen.“ 

 

Text: Gesine Millhoff


Hier finden Sie das komplette Angebot des Forums „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ der Metropolregion Rhein-Neckar.

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