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Kunsthalle

Museum in Bewegung

Nach dem Entwurf der Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) entsteht aus unterschiedlich dimensionierten Ausstellungskuben eine kleine Museumsstadt, die unter einer Membranhaut zu einem Gesamtkomplex verschmilzt. Grafik: gmp

Nach dem Entwurf der Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) entsteht aus unterschiedlich dimensionierten Ausstellungskuben eine kleine Museumsstadt, die unter einer Membranhaut zu einem Gesamtkomplex verschmilzt. Grafik: gmp

Im Sommer 2017 wird der Kunsthallenneubau offiziell an die Stadt Mannheim übergeben. Die Eröffnung ist für Weihnachten 2017 vorgesehen. 2.000 Gemälde, 850 Skulpturen und 34.000 Arbeiten auf Papier sowie 800 Objekte angewandter Kunst werden dann eine neue Heimat finden – ein Highlight für alle Kunstliebhaber in der Region und darüber hinaus. 

Jeff Wall, der kanadische Fotokünstler aus Vancouver, gibt sich die Ehre. Und ihm wird eine besondere  Ehre zuteil: Seine Werke sind dazu bestimmt, die erste Sonderausstellung der neuen Mannheimer Kunsthalle zu bestücken. „Wir sind sehr stolz, einen international so bedeutenden Künstler bei uns im Haus ausstellen zu können“, freut sich Kunsthallendirektorin Ulrike Lorenz. Gleich im Frühjahr 2018 startet die erste große Sonderausstellung auf über 1.000 Quadratmetern. „Jeff Wall ist einer der bedeutendsten Konzeptfotografen unserer Zeit, Pionier und Klassiker zugleich“, beschreibt sie den kunsthistorischen Bezug. „Für seine Bildinszenierungen sind Manet und die Malerei der Moderne immens wichtig, weshalb wir Werke aus unserer Sammlung in Bezug zu seinen Fotografien setzen. Das gab es bislang noch nie.“  Die Ausstellung markiert gleichzeitig den Beginn eines neuen Zeitalters in der Mannheimer Kunsthallengeschichte. Denn dann kann die Quadratestadt ein hochmodernes Museum für moderne und zeitgenössische Kunst vorweisen.

In Nachbarschaft der wunderschönen Jugendstilanlage mit Mannheims Wahrzeichen, dem Wasserturm, entsteht ein Haus, das sich zusammensetzt aus dem ehrwürdigen, über hundert Jahre alten Jugendstilgebäude (Billing-Bau) und einem hochmodernen Museum. Nach dem Entwurf der Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) wird hier aus unterschiedlich dimensionierten Ausstellungskuben eine Museumsstadt komponiert, die unter einer filigranen, metallenen Membranhaut zu einem Gesamtkomplex verschmilzt. Hier bekommen die Exponate nun einen würdigen Platz, der die Anforderungen einer modernen Museumstechnik erfüllt. 

Das Novum in dem neuen Komplex: Es gibt keine Türen, keine Klinken, nur offene Räume, durchgängige Klimazonen in den sieben Kuben, die zusammen die Museumsstadt im Museum ausmachen. Ein 700 Quadratmeter großes Tageslichtatrium mit Glasdach wird zum Marktplatz. Im Untergeschoss sind die Depots untergebracht. Die sieben Ausstellungs-Häuser sind für Plastik und Malerei der Nachkriegszeit, Werke aus dem französischen Informel, zeitgenössische Kunst und Installationen bestimmt. Ein Raum wird ausschließlich Anselm Kiefer gewidmet. Auch Edouard Manets Gemälde „Erschießung Kaiser Maximilians" bekommt einen Ehrenplatz. 

Die Kunstvermittlung erhält einen eigenen Kubus mit zwei Etagen, es gibt einen großen Veranstaltungssaal, ein Restaurant mit Blick auf den Wasserturm, den Museumsshop sowie Büros.

Die Kunstfreunde Mannheims und der Region verdanken diesen Bau großzügigen Mäzenen: Hans-Werner Hector und seine Frau Josefine Hector haben mit einer Spende von 50 Millionen Euro den Anstoß zur Verwirklichung der neuen Kunsthalle gegeben, weitere Förderer, insbesondere der Unternehmer Manfred Fuchs, aber auch andere private Spender ermöglichen die Realisierung. Die Stadt Mannheim selbst unterstützt das Projekt mit zehn Millionen Euro. 

Nach dem Richtfest im Sommer 2016 erfolgte der Innenausbau, die sehr komplexe Klimatechnik wird  bis Mai 2017 sukzessive installiert. Inzwischen wurde  der Athene-Trakt im Jugendstilgebäude auf den Zusammenschluss mit dem Neubau vorbereitet. Bis zum Jahresende 2016 wird das Gebäude der neuen Kunsthalle eine geschlossene Fassade vorweisen und wetterfest sein. Dann hängt auch die Metallmembran, die filigrane, transluzente Außenhaut, die künftig das Markenzeichen der neuen Mannheimer Kunsthalle sein wird.

 

Text: Gabriele Booth

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