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Rhein-Neckar Löwen

Endlich Deutscher Meister!

Spielmacher Andy Schmid hebt die schwer erkämpfte Meisterschale in die Höhe. Foto: Sörli Binder

Spielmacher Andy Schmid hebt die schwer erkämpfte Meisterschale in die Höhe. Foto: Sörli Binder

Am 5. Juni 2016 haben die Rhein-Neckar Löwen Geschichte geschrieben. Mit dem 35:23-Erfolg bei TuS N-Lübbecke feierte der Handball-Bundesligist seinen ersten deutschen Meistertitel. 

14 Jahre nach der Zusammenführung der Stammvereine TSG Kronau und TSV Baden Östringen holte die Mannschaft um Kapitän Uwe Gensheimer zum ersten Mal die Meisterschale in die Rhein-Neckar- Region. Seit dem Wiederaufstieg in die Bundesliga im Jahr 2005 tragen die Löwen ihre Heimspiele in der Mannheimer SAP Arena aus.

Es habe ein wenig gedauert, bis man sich in der großen Multifunktionsarena heimisch gefühlt habe, räumt die Geschäftsführerin der Rhein-Neckar Löwen, Jennifer Kettemann, ein. „Aber ich glaube schon, dass wir mittlerweile sehr gut in Mannheim angekommen sind.“ Das bestätigen nicht nur die Zahlen der neuen Saison 2016/17, für die die Löwen mit rund 3.600 Dauerkarten so viele Saisontickets abgesetzt haben wie noch nie –, „eine Steigerung um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, so Kettemann – sondern auch die Spieler. „Zusammen mit den Zuschauern haben wir uns hier eine echte Festung gebaut“, sagt Spielmacher Andy Schmid und fügt mit Blick auf die 13.200 Besucher fassende Halle hinzu: „Gerade in einer so starken Liga wie der Handball-Bundesliga ist die Heimstärke extrem wichtig, und diese Kulisse wirkt auf unsere Gegner schon sehr einschüchternd.“ Trotzdem sei es vor nunmehr elf Jahren ein mutiger Schritt der Verantwortlichen gewesen, die Spielstätte nach Mannheim zu verlagern.

Aber das Risiko habe sich ausgezahlt. Zumal die Heimspiele zuletzt immer gut und vor allem immer besser besucht waren. Mit dem Fanclub „Baden Lions“ stellen die Löwen zudem einen der größten seiner Art in der Handball-Bundesliga. Alleine der Zuschauerschnitt stieg in der Meistersaison um fast 2.000 Besucher auf 8.800 pro Partie an. „Wir hatten in den zehn Jahren SAP Arena eine kontinuierliche Steigerung und mit dem Sieg im EHF-Pokal 2013 (Europapokalwettbewerb der Europäischen Handballföderation) ging es ständig nach oben“, so Kettemann. Hinter Klassenprimus THW Kiel liegen die Löwen klar auf dem zweiten Rang der Zuschauerstatistik, während  die Kieler ein wenig neidisch auf die Infrastruktur und die Heimspielstätte der Rhein-Neckar Löwen blicken. 

Dabei ist diese Struktur weit mehr als die Multifunktionsarena in Mannheim. „Wir wollen unsere gewachsenen Strukturen in Kronau und Östringen nicht vernachlässigen“, erklärt Geschäftsführerin Kettemann. Das Trainingszentrum der Bundesliga-Handballer im badischen Kronau, und auch das von der Dietmar-Hopp-Stiftung unterstützte  Handballförderzentrum bleibe weiterhin im Landkreis Karlsruhe. Kettemannn betont: „Für unsere großen Veranstaltungen sind wir mittlerweile jedoch fest in Mannheim.“ Das gelte für die jährliche Präsentation der Mannschaft für die neue Saison ebenso wie für das Public Viewing im ehemaligen Eisstadion Friedrichspark zum Ende der vergangenen Spielzeit, wo nach der Liveübertragung des letzten Saisonspiels auch die erste Meisterfeier stieg. „Das war für uns absolutes Neuland, bei dem wir überhaupt kein Gefühl dafür hatten, wie es ankommt“, verrät Kettemann und war im Anschluss von der Resonanz überwältigt: „Wir hatten über den Tag weg rund 5.000 Besucher.“ Die sahen nicht nur das entscheidende Spiel am Nachmittag, sondern harrten im Anschluss noch einige Stunden  aus, um mit der Mannschaft am Abend gemeinsam den Titelgewinn zu feiern. „Im Handball ist eben alles sehr familiär. Unsere Spieler sind für die Fans sehr greifbar“, weiß Kettemann.

Das gefällt auch Andy Schmid, der im sechsten Jahr für die Gelbblauen spielt. „Man hat mich als Schweizer sehr gut im Verein und auch in der Region integriert“, lacht er. Immerhin sei die Metropolregion in Südwestdeutschland nur einen  Katzensprung von seinem Heimatland entfernt. „Wir sind uns in vielem sehr ähnlich. Ich fühle mich hier riesig wohl“, bekräftigt er. „Die Metropolregion ist längst meine zweite Heimat. Das war mit ein Grund, warum ich meinen Vertrag hier verlängert habe.“ Bis 2020 will Andy Schmid bei den Rhein-Neckar Löwen bleiben – mindestens. Und er hofft auf viele weitere Titel. Der wichtigste und schwerste wurde mit der Deutschen Meisterschaft in der vergangenen Spielzeit endlich geschafft. „Diese Meisterschaft ist in ganz Europa am schwierigsten zu erreichen. Immerhin ist die Handball-Bundesliga die  stärkste Liga der Welt. Man kann nur gewinnen, wenn man über 34 Spieltage konstant gute Leistung erbringt“, erklärt der Spielmacher der Gelbhemden. Das sei in der vergangenen Spielzeit gelungen – endlich, nach zwei Vizemeisterschaften, bei der vor allem das Jahr 2014 in schlechter Erinnerung ist, als gerade einmal zwei Tore zum großen Triumph fehlten. In der darauffolgenden Spielzeit lagen die Badener zwei Punkte hinter dem Rivalen aus Kiel.

Der THW Kiel war im Vorjahr einer von drei Gegnern, bei dem die SAP Arena bis auf den letzten Platz ausverkauft war. Doch bei drei Spielen im Jahr wird es nicht bleiben, ist Geschäftsführerin Jennifer Kettemann überzeugt, die darauf baut, dass noch mehr Handballfreunde rechts und links des Rheins ihr Herz für die Rhein-Neckar Löwen entdecken. „Wir haben sehr viele sympathische Jungs in der Mannschaft. Das kommt langsam bei den Fans an.“ Auch bei den Mannheimern, die 2016 einen weiteren Grund haben, sich das Trikot des Deutschen Meisters zuzulegen. Auf dem gelben Heimtrikot sind die Mannheimer Quadrate stilisiert, und auf dem blauen Auswärtstrikot tragen die Badener den Wasserturm quer durch die Handballhallen der Republik. 

 

Text: Volker Endres

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