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SAX + KLEE

Grundwassersanierung auf dem ehemaligen Gaswerksgelände Luzenberg

Die Grundwassersanierungsanlage wird zentral gesteuert und überwacht. Fotos: SAX + KLEE

Die Grundwassersanierungsanlage wird zentral gesteuert und überwacht. Fotos: SAX + KLEE

Das Gelände des ehemaligen Gaswerks Luzenberg in Mannheim weist massive Verunreinigungen des Untergrunds auf. Im Grundwasser lassen sich gaswerkstypische Schadstoffe in zum Teil hohen Konzentrationen nachweisen. Die anteilmäßig größten Schadstoffgruppen stellen dabei die PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) sowie die BTEX (Abkürzung für die leichtflüchtigen aromatischen Kohlenwasserstoffe Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol) dar.

Verursacht wurden die Untergrundverunreinigungen während des Betriebs des Gaswerks Luzenberg, einem der größten Gaswerksstandorte Süddeutschlands. Es war von 1900 bis 1968 in Betrieb und versorgte nicht nur die Stadt Mannheim mit Stadtgas/Kokereigas (Methan), sondern lieferte zeitweise sogar bis nach Offenburg. 

Beim Produktionsprozess entstanden während der gesamten Betriebszeit neben dem begehrten Stadtgas auch umweltgefährdende Neben- und Abfallprodukte. Aufgrund von Störfällen, Unkenntnis und mangelnder Sensibilisierung der am Produktionsprozess Beteiligten sowie fehlender Normen und Regeln konnte ein Teil dieser Stoffe in die Umwelt gelangen. Das Gaswerk Luzenberg wurde zudem, wie große Teile des Stadtgebietes von Mannheim, im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, woraus ebenfalls eine massive Schadstoffbelastung des Bodens und des Grundwassers resultierte. 

In den frühen 1980er Jahren bestätigte sich der Verdacht einer großflächigen Grundwasserkontamination auf dem ehemaligen Gaswerksgelände und von behördlicher Seite wurde die Sanierung angeordnet. Unter Federführung des Mannheimer Energieunternehmens MVV Energie  wurde im Jahr 2009 mit der Realisierung der Sanierungskonzeption begonnen. Aufgrund der weitreichenden Erfahrung im Altlastenbereich wurde das Büro ARCADIS Deutschland GmbH mit der fachgutachterlichen Betreuung der Sanierung beauftragt. Der Auftrag zum Bau und Betrieb einer Sanierungsanlage wurde an das Mannheimer Traditionsunternehmen SAX + KLEE GmbH Bauunternehmung erteilt. Die seit dem Jahr 1984 bestehende Abteilung Umwelttechnik von SAX + KLEE setzte mit einem interdisziplinären Team das äußerst anspruchsvolle Planungskonzept um.

Innerhalb eines Jahres wurde von SAX + KLEE eine vollautomatische Grundwassersanierungsanlage mit drei verschiedenen Behandlungsstraßen ausführungsreif geplant und errichtet. Die eingesetzte Sanierungstechnik wurde auf die spezifischen Schadstoffbelastungen, die geo- und hydrogeologischen Gegebenheiten sowie die physikalisch-chemischen Eigenschaften des Altlastenbereiches angepasst. 

Die Sanierungsanlage reinigt das belastete Grundwasser, welches aus elf Brunnen entnommen und über ein unterfluriges Leitungsnetz zur Anlage gefördert wird. Insgesamt können in der Anlage 55 Kubikmeter Grundwasser pro Stunde behandelt werden. 

Das Sanierungskonzept beinhaltet neben der Reinigung des Grundwassers in der Sanierungsanlage eine biologische Sanierung der Hauptbelastungsbereiche im Untergrund. Diese wird durch die Versickerung des gereinigten Grundwassers über insgesamt 31 Brunnen erzielt. Teilweise wird das Wasser dabei vor der Versickerung mit Zusätzen zur Stimulierung der biologischen Prozesse angereichert. 

Biologische Abbauprozesse werden auch in der Grundwassersanierungsanlage zur Reinigung des Wassers genutzt. Ergänzt wird die Anlage durch klassische verfahrenstechnische Aufbereitungsstufen wie Strippung und Filtration über Aktivkohle.

Die Effektivität der Grundwassersanierungsmaßnahme wird gemäß den behördlichen Vorgaben regelmäßig sowohl von SAX + KLEE als auch von einem externen Labor überprüft. Mit der Durchführung dieser Sanierungsmaßnahme leisten alle am Projekt Beteiligten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Grundwassersituation in Mannheim.

 

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