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Interview mit Martin Haag, Werkleiter Roche, Standort Mannheim

Internationale Schule auf FRANKLIN steht in den Startlöchern

Martin Haag | Foto: Roche

Martin Haag | Foto: Roche

Interview mit Martin Haag, Werkleiter Roche, Standort Mannheim

Dies ist vielleicht die größte Herausforderung der Konversion in Mannheim: In Mannheim-Käfertal entsteht auf dem Gelände des Benjamin-Franklin-Villages, der ehemals größten Wohnsiedlung der US-Streitkräfte im Bundesgebiet, ein komplett neuer Stadtteil für 8.000 Menschen. Geplant ist hier auch eine internationale Schule, die im Herbst 2018 ihre Pforten öffnen soll. Roche engagiert sich federführend für dieses Projekt. 

Warum brauchen wir eine internationale Schule in Mannheim?
Martin Haag: Wir haben in der Region zahlreiche internationale Arbeitgeber, zu denen auch Roche gehört – und im Zuge der Globalisierung wird sich eine Entwicklung zunehmend verstärken: Die Mobilität in den Belegschaften wächst. Zum einen wechselt eine immer größere Zahl der Mitarbeitenden zumindest für einige Jahre zu Schwestergesellschaften ins Ausland. Auf der anderen Seite kommen zahlreiche Beschäftigte aus dem Ausland für eine bestimmte Zeit oder auf Dauer an den heimischen Standort. Und dann gibt es noch die Gruppe der „Rückkehrer“, die einen Einsatz in einem anderen Land beendet haben und deren Kinder beispielsweise mit Englisch als „Muttersprache“ groß geworden sind. All diese Familien würden von einer bilingualen Schule profitieren, wie sie jetzt auf FRANKLIN entstehen soll.

Wie sieht denn das Konzept der neuen Schule aus?
Haag: Der wichtigste Punkt vielleicht am Anfang: Es handelt sich nicht um eine reine Privatschule, sondern um eine bilinguale Ersatzschule mit privater Zusatzfinanzierung, die zu einem internationalen baden-württembergischen Abitur führt und zu 34 Prozent von der öffentlichen Hand getragen wird. Ein knappes Viertel stammt aus Stiftungsgeldern, den Rest bezahlen die Eltern. Die Institution startet mit einem Kindergarten, den wir im Herbst 2018 eröffnen möchten. Es folgt eine Grundschule mit einem hohen englischsprachigen Anteil von 70 Prozent über alle Fächer hinweg sowie einem hohen Einsatz von Muttersprachlern, die in eine weiterführende Schule mit gymnasialer Oberstufe mündet. Dort werden wir den Anteil von Fächern, die in englischer Sprache vermittelt werden, sukzessive reduzieren, um den Unterricht an das baden-württembergische Curriculum anzupassen. Rund 600 bis 800 Schülerinnen und Schüler sollen die Schule einmal besuchen. Beim Kindergarten beginnen wir mit rund 40 Jungen und Mädchen.

Wer wird diese Schule betreiben?
Haag: Aller Voraussicht nach Phorms Education, ein Berliner Spezialist für dieses Thema. Phorms Education betreibt u. a. die Heidelberger International School in Form einer reinen Privatschule. Zu der Gruppe gehört aber auch eine Schule in Heilbronn, die wie unser geplantes Projekt als Ersatzschule geführt wird. Hinter Phorms Education stehen Social Entrepreneurs, die Gemeinnützigkeit mit Wirtschaftlichkeit vereinen.

Wie sieht die Finanzierung aus?
Haag: Phorms Eduction übernimmt die Vorfinanzierung und ist bereits auf der Suche nach einem Investor für die Errichtung des Gebäudes auf FRANKLIN. Der dort bereits bestehende Bau war leider nicht geeignet und muss abgerissen werden. Für den laufenden Betrieb fallen zusätzlich im Schnitt ca. 1,4 Millionen Euro pro Jahr an – eine Summe, die außerdem auf sechs Jahre gesichert werden muss. Also handelt es sich insgesamt um ein Volumen von 8,4 Millionen Euro.

Wer soll für diese Summe aufkommen?
Haag: Roche engagiert sich schon seit einigen Jahren für dieses Thema und hat 2013 zu diesem Zweck eine Stiftung gegründet, die aktuell unter „Stiftung zur Förderung des internationalen Schulwesens in der Rhein-Neckar-Region“ firmiert. Wir werden uns mit einer signifikanten Summe an der Finanzierung der Schule beteiligen, müssen aber natürlich auch weitere Unternehmen der Region für dieses Projekt gewinnen. Die Metropolregion Rhein-Neckar und die IHK Rhein-Neckar, die im Kuratorium unserer Stiftung vertreten ist, unterstützen uns bei diesem Vorhaben. Die Kosten für die Eltern belaufen sich je nach Einkommenssituation auf 70 bis 350 Euro pro Monat. 

 

Die Fragen stellte Ulla Cramer.

 

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