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Interview mit Christian Sommer, Geschäftsführer der mg:gmbh

„Wir wollen nachhaltige Wertschöpfung für Mannheim generieren“

Christian Sommer, Geschäftsführer der mg:gmbh, freut sich über die neuen Herausforderungen. Foto: mg:gmbh

Christian Sommer, Geschäftsführer der mg:gmbh, freut sich über die neuen Herausforderungen. Foto: mg:gmbh

Interview mit Christian Sommer, Geschäftsführer der mg:gmbh 

„Wir wollen nachhaltige Wertschöpfung für Mannheim generieren“ 

Der Mannheimer Gemeinderat hat beschlossen, dass die mg: mannheimer gründungszentren gmbh erweiterte Aufgaben bekommen soll. Welche sind das?
Christian Sommer: Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch haben die Notwendigkeit erkannt, das Start-up-Ökosystem in Mannheim deutlich zu stärken und auszubauen, um damit auf die Herausforderungen der Digitalisierung – Stichwort Industrie 4.0 – zu reagieren und die Stadt damit noch zukunftsfähiger zu machen. Diese Entwicklung soll im Bereich der Gründungen von der mg:gmbh federführend vorangetrieben werden.

Was heißt das genau? Welche Maßnahmen sind damit verbunden?
Sommer: Zum einen müssen wir deutlich sichtbarer werden. Mit acht Existenzgründungszentren und einem neunten im Bau stellen wir mehr Flächen- und Unterstützungsangebote für Existenzgründer zur Verfügung als jede andere Stadt in Deutschland. Leider ist dies noch nicht ausreichend bekannt. Wir müssen also deutlich besser, intensiver und zielgerichteter kommunizieren. In diesem Punkt werden wir zukünftig sehr eng mit dem Stadtmarketing zusammenarbeiten. Darüber hinaus müssen wir versuchen, vielversprechende technologische Start-ups nicht nur in unserem Umfeld, sondern in ganz Deutschland und sogar international für den Standort Mannheim zu begeistern. Durch die Konzentration aller kreativwirtschaftlichen Aktivitäten in der mg:gmbh kommt uns auch die Aufgabe zu, die Stadtatmosphäre, die für eine Standortentscheidung von jungen, dynamischen Unternehmen extrem wichtig ist, innovativ und kreativ mitzugestalten. Wir arbeiten an verschiedenen Maßnahmen wie Acceleratoren, Co-Working-Spaces, Finanzierungsmodellen  und internationalen Vernetzungen. 

Wie sieht vor diesem Hintergrund Ihre Zusammenarbeit mit dem Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung aus?
Sommer: Die Zusammenarbeit ist schon immer sehr eng und sehr gut. Ohne den Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung und die hier akquirierten europäischen Fördermittel gäbe es die Gründungszentren und damit die mg:gmbh nicht. Die Cluster Medizintechnologie und Smart Production, die bei der Wirtschaftsförderung angesiedelt sind, sind extrem wichtige Akteure in der zuvor genannten Strategie. Auch die vom Fachbereich entwickelten Förderinstrumente wie der Beteiligungsfonds oder das Förderprogramm KREATECH sowie das Beratungsangebot gerade für innovative Gründungen des Gründerverbunds sind unabdingbare Bausteine für das gemeinsame Ziel, die Stadt Mannheim noch zukunftsfähiger zu machen. 

Sie sprachen die Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing an ...
Sommer: Wie schon erwähnt, kommt der Öffentlichkeitsarbeit in Zukunft eine extrem hohe Bedeutung zu. Hier haben wir verschiedene Strategien. Wir verstärken unsere Aktivitäten in den sozialen Medien. Mit der Homepage www. startup-mannheim.de und der korrespondierenden Facebook-Seite haben wir eine moderne Webpräsenz geschaffen, die zukünftig das entscheidende Werkzeug unserer Promotion werden soll. Wir werden aber auch in anderen sozialen Medien Flagge zeigen wie Twitter, Snapchat oder musical.ly. Das Wichtigste ist das „Storytelling“, also spannende und interessante Geschichten aus dem Mannheimer Start-up-Ökosystem zu erzählen, die Lust darauf machen, Mannheim kennenzulernen. Das Stadtmarketing wird uns dabei unterstützen, diese Geschichten zu erarbeiten und zu verbreiten. Es wird regelmäßige Termine geben, in denen wir uns mit dem Stadtmarketing und dem Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung abstimmen. 

Warum ist Stadtatmosphäre so wichtig für Start-ups?
Sommer: Das ist einfach am Beispiel von Berlin zu erklären. In Berlin gibt es nichts: kaum Industrie, kaum Unterstützung, teuren Wohnraum, einen riesigen Konkurrenzdruck usw. Trotzdem wollen alle Start-ups nach Berlin. Weil Berlin eine coole, weltoffene Metropole ist, in der es einfach Spaß macht zu leben! Oder Tel Aviv: Wer einmal dort gewesen ist, versteht, warum es junge Unternehmer dort hinzieht. Es ist die Atmosphäre. Man taucht in eine Welt von seinesgleichen ein. Dynamisch, aktiv, international und pulsierend. Das müssen wir in Mannheim stärken und herausarbeiten. Wir haben diese Hotspots, zum Beispiel in der Hafenstraße rund um den Musikpark, die Popakademie und das Kreativwirtschaftszentrum C-HUB. In der Neckarstadt-West beim Existenzgründungszentrum Altes Volksbad und dem Kulturkiosk gibt es Ansätze. Der Hafenpark in der Industriestraße ist ein großartiges Beispiel. Aber auch das Glücksteinquartier mit dem MAFINEX-Technologiezentrum und der perfekten Anbindung an den Hauptbahnhof hat das Potenzial dazu. Zu guter Letzt darf man natürlich die Konversionsflächen nicht vergessen. Turley und FRANKLIN werden sich zu jungen, modernen, sehr attraktiven Stadtteilen entwickeln. Um diese Entwicklung zu koordinieren und die Akteure besser zu vernetzen, werden wir sogar die Position einer „Kreativen Stadtentwicklung“ bei der mg:gmbh etablieren. 

Welche Start-ups wollen Sie nach Mannheim locken?
Sommer: Alle! Aber inbesondere die, die mit einem gesunden Wachstum und vernünftigen Finanzierungsrunden nachhaltig am Standort bleiben und sich hier zu gesunden mittelständischen Unternehmen herausbilden. Aufgrund der aktuellen Entwicklung wird dies vorrangig im digitalen Technologiebereich sein. Nachhaltige Wertschöpfung für Mannheim durch wissensintensive, technologisch und digital orientierte Unternehmen zu akquirieren und zu sichern, ist unser Auftrag.

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